Leistenhernie - MIC Zentrum - Dr. med Andreas Höferlin

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Leistenhernie (Leistenbruch)

Operationsverfahren

 

1. Klassische Nahttechnik:

Shouldice-Operation

Bei dieser OP-Methode wird die Schwachstelle durch 4 Nahtreihen verstärkt und der innere Leistenring (Durchtrittstelle des Samenstranges beim Mann) eingeengt. Bei korrekter OP-Technik sind auf Dauer Rezidivraten von 5-10% zu erwarten (Zahlen des Dänischen Hernienregisters).

Diese OP-Technik wird von uns nur noch in wenigen Fällen durchgeführt, da die Lebensqualität nach der Operation schlechter ist als bei der Netztechnik und die Langzeitergebnisse eine ca. 70% höhere Rezidivrate aufweisen (EU Trialist Collaboration 2000).

2. Offene Netztechniken:

Lichtenstein-Operation

Bei dieser Methode wird die Schwachstelle in der Leistengegend mit einem Kunststoffnetz großflächig überbrückt, der innere Leistenring durch das Netz neu angelegt. Der Hautschnitt (ca. 4-6cm) erfolgt in der Leiste.

Vorteil: sichere und erprobte Methode, technisch relativ einfach. Rezidivraten zwischen 1-3%
 (Bisgaard 2007, Danish Hernia Database)

Nachteil: beim Wiederholungsbruch (Rezidiv) muss das alte Narbengewebe nochmals durchtrennt werden, dadurch erhöht sich das Risiko eines Nervenschadens oder einer Verletzung des Samenleiters. Die Schenkelbruchpforte wird routinemäßig nicht mitversorgt.

 

UHS (Ultrapro Hernia System, J&J Medical)

Mit diesem Implantat wird die gesamte Schwachstelle in der Leistengegend einschließlich der Bruchpforte der Schenkelhernie bedeckt. Ein Teil des Netzes kommt hinter, der andere vor der Bruchöffnung zu liegen. Daher eignet sich dieses Implantat insbesondere für größere Brüche aber auch für Schenkelhernien.

Der Hautschnitt (ca. 4-6cm) erfolgt in der Leiste.

Stoppa-Operation

Das von Rene Stoppa (Frankreich) Anfang der 70er Jahre beschrieben Verfahren verstärkt den gesamten unteren Anteil der Bauchwand, eignet sich insbesondere für beidseitige Leistenbrüche wenn ein endoskopisches Verfahren nicht anwendbar ist. Hautschnitt ca. 8cm quer im Schamhaarbereich.

3. Endoskopische Netztechniken

TAPP ( Transabdominale, präperitoneale Hernioplastik)

Bei dem von uns durchgeführten Verfahren wird die gesamte Schwachstelle der Leistengegend durch ein 10x15 cm großes Netz stabilisiert.  Das großporige Netz wird mittels Kleber fixiert. Die Operation erfolgt über drei 5mm grosse Hautschnitte und hat durch die kleinen Wunden eine kürzere Arbeitsunfähigkeit und weniger Schmerzen zur Folge.

TEP (Total Extraperitoneale Hernioplastik)

Im Gegensatz zur TAPP werden die Trokare außerhalb des Bauchfells eingebracht, wobei die Netzlage identisch ist. In der Regel muss zumindets ein Trokar über einen größeren Durchmesser verfügen.

SILS (Single Incision Laparoscopic Surgery)

Ein Versuch, das Bauchwandtrauma bei der endoskopischen Operation weiter zu verringern, ist die Technik über lediglich einen Zugang/ Trokar. Allerdings muss dieser zwangsläufig größer sein (mind.  12mm) und die Operation ist technisch noch anspruchsvoller.