Nabelhernie (Nabelbruch)
Operationsverfahren
1. Nahttechnik
Schwaches Bindegewebe sowie eine hohe Zugspannung im Bereich des Nabels lassen eine Nahttechnik nur noch bei kleinen Nabelbrüchen sinnvoll erscheinen. Als Kriterium gilt neben der Größe der Bruchlücke das Größen/ Gewichtsverhätnis (BMI) des Patienten. Daneben sind Wiederholungsbrüche eine weitere Risikogruppe und erfordern in der Regel immer ein Netz.
Bei kleinen Nabelhernien unter 1cm und normalgewichtigem Patienten wird die Bruchlücke mit fortlaufender, nichtresorbierbarer Naht quer verschlossen.
Der Hautschnitt liegt kosmetisch günstig am unteren Nabelrand, ca. 2cm lang.
Die oft zitierte „Mayo-Technik“ zeigt in Studien enttäuschende Ergebnisse und hat aher keine Berechtigung mehr.
2. Offene Netztechniken
Durch Anwendung von Netztechniken konnte – insbesondere bei den Risikogruppen – das Risiko eines Wiederholungsbruches (Rezidives) von 30-50% auf 1% gesenkt werden.
UHS (Ultrapro Hernia System, J&J Medical)
Ähnlich der Leistenhernie wird hier ein Teil des Implantates hinter die Nabellücke plaziert und durch den Bauchinnendruck angepresst. Der Verbindungsteil mit dem stark verkleinerten vorderen Anteil sorgt für zusätzliche Stabilität und verhindert ein Verrutschen des hinteren Netzanteiles.
PVP (Proceed Ventral Patch)
Ist eine Netzplastik aus technischen Gründen (zB. Verwachsungen) außerhalb des Bauchraumes nicht möglich, wird ein speziell beschichtetes Netz hinter die Bruchlücke in den Bauchraum platziert.
3. Endoskopische Netztechnik
IPOM (Intraperitoneales Onlay-Mesh)
Hier wird ein spezielbeschichtetes Netz hinter die Bruchlücke platziert. Die Operation erfolgt über einen 10mm und zwei 5mm Hautschnitte. Diese Technik wird vorzugsweise nach vorangegangenen Operationen oder bei sehr adipösen Patienten angewandt. Auch können damit mehrere kleinere Brüche oder zB ein beidseitiger Leistenbruch und ein Nabelbruch in einer Sitzung versorgt werden.



