Narbenhernie - MIC Zentrum - Dr. med Andreas Höferlin

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Narbenhernie (Narbenbruch)

Operationsverfahren

 

Die Nahttechnik wiederholt das Verfahren, welches bei der Erstoperation schon versagt hat. EIne Netzplastik ist in jedem Fall überlegen, die Nahttechnik obsolet. Welches Verfahren dabei angewandt wird, hängt von der Größe des Bruches, der Krankengeschichte des Patienten sowie seinem Allgemeinzustand ab.
"Die Nahttechnik der Narbenhernie sollte verlassen werden" - Burger 2004, als Ergebnis einer Niederländischen Multicenter Studie, u.a. 67% Rezidivrate nach Nahttechnik nach 10 Jahren.

1. Offene Netztechniken

UHS (Ultrapro Herniasystem)

Bei kleinen Narbenhernien bis ca. 3 cm ist das UHS Implantat durch die Double-Layer Konstruktion sehr stabil im Rahmen einer kleinen Operation.

Retromuskuläre Netzplastik

Bei der von dem Franzosen Jean Rives in den 60er Jahren beschriebenen Verfahren wird das Netz großflächig hinter die Bauchdeckenmuskulatur impantiert. Mit diesem Verfahren können selbst große Brüche einschließlich Weichteilkorrektur durchgeführt werden.

Hernien im unteren Bauchbereich werden nach der modifizierten Stoppa-Operation versorgt, auch hier kommt das Netz hinter der Bauchdeckenmuskulatur zu liegen.

Offene IPOM Technik

Unter bestimmten Vorraussetzungen ist IPOM eine Alternative zur Retromuskulären Netzplastik. Hierbei muss der Bauchraum eröffnet werden, um das speziell beschichtete Netz hinter der Bruchlücke auf das Bauchfell plazieren zu können.

2. Endoskopische Netztechnik

IPOM (Intraperitoneales Onlay-Mesh)


Hierbei wird ein speziell beschichtetes Netz hinter die Bruchlücke platziert. Die Operation erfolgt über einen 10mm und zwei bis drei 5mm Hautschnitte. Diese Technik wird vorzugsweise nach vorangegangenen Operationen oder bei sehr adipösen Patienten angewandt. Auch können damit mehrere kleinere Brüche (Gitterbruch) in einer Sitzung versorgt werden.

Welches Verfahren wann?

Gerade bei den Bauchwand- /Narbenhernien ist ein patientenangepasstes Vorghehen mehr gefragt als zB in der Leistenhernienchirurgie.


Faktoren wie:

  • Voroperationen
  • Alter und Allgemeinzustand des Patienten
  • Relevante Nebenerkrankungen die evtl. ein bestimmtes OP-Verfahren erschweren könnten
  • Bruchtyp und Bruchgröße

beeinflussen die Entscheidung über die OP Technik.  Nicht unterschätzt werden darf auch die finanzielle Seite, da die endoskopischen Operationen wesentlich teuere Materialien und Fixierungen erfordern. Dies sollte vor der geplanten Operationen offen angesprochen werden.

Die endoskopischen Verfahren überzeugen durch kleine Hautschnitte, kaum Infektionen und schnellere Arbeitsfähigkeit. Ein „Umstieg“ auf eine offene Technik kann in seltenen Fällen notwendig werden – meist durch unlösbare Verwachsungen oder aus technischen Erfordernissen.

Die Rezidivraten (Wiederauftreten eines Bruches) liegen sowohl beim offenen als auch beim endoskopischen Verfahren zwischen 4-6%. Auch diese Zahlen werden nur von erfahrenen Hernienchirurgen  erreicht.